Ein Unternehmen liefert eine Ware oder erbringt eine Dienstleistung, stellt die Rechnung und verbucht den Umsatz. Wirtschaftlich wurde die Leistung erbracht, bezahlt ist sie deshalb noch nicht.
In vielen Branchen wie beispielsweise Industrie, Handwerk, Logistik oder der B2B-Handel sind Zahlungsziele von 30, 60 oder sogar 90 Tagen üblich. In dieser Zeit hat das Unternehmen bereits Vorleistungen erbracht, das Geld dafür fehlt aber noch in der Kasse. Während Unternehmen auf den Zahlungseingang warten, laufen Kosten jedoch unverändert weiter:
Das bedeutet: Obwohl Umsatz vorhanden ist, fehlt möglicherweise die Liquidität für das Tagesgeschäft. Denn Umsatz allein sagt noch nichts darüber aus, wie viel Geld tatsächlich auf dem Konto verfügbar ist.
Offene Forderungen gehören zum Umlaufvermögen eines Unternehmens und stellen grundsätzlich einen Wert dar. Dieser Wert kann aber erst genutzt werden, wenn die Forderungen tatsächlich beglichen wurden. Bis dahin bleibt Kapital gebunden.
Je höher die Außenstände und je länger die Zahlungsziele, desto größer wird das gebundene Liquiditätspotenzial.
Ein einfaches Beispiel:
Ein mittelständisches Unternehmen wächst stark und schreibt monatlich Rechnungen über insgesamt 250.000 Euro. Dabei gewährt es durchschnittlich 60 Tage Zahlungsziel.
Das bedeutet vereinfacht:
Im Unternehmen sind dadurch dauerhaft 500.000 Euro in offenen Forderungen gebunden, obwohl die Leistungen dafür bereits erbracht wurden.
Dieses Kapital ist wirtschaftlich betrachtet ungenutztes Potenzial und fehlt dann für:
Trotz guter Auftragslage wird die Liquidität knapp.
Durch den Einsatz von Factoring erhält das Unternehmen den Großteil seiner Rechnungsbeträge bereits kurz nach Rechnungsstellung vom Factoringanbieter. Das zuvor gebundene Kapital ist direkt verfügbar, aus offenen Forderungen wird Liquidität.
Die Folgen:
Das Unternehmen wächst weiter, ohne dass offene Forderungen die Entwicklung ausbremsen.
Kapital in offenen Forderungen ist nicht grundsätzlich problematisch. Kritisch wird es dann, wenn Unternehmen Wachstum finanzieren müssen oder auf pünktliche Zahlungen angewiesen sind, diese aber zeitverzögert erfolgen. Mögliche Folgen:
Eingeschränkte Investitionsfähigkeit
Geplante Anschaffungen oder Modernisierungen werden verschoben, weil Liquidität fehlt.
Weniger Handlungsspielraum
Unternehmen reagieren langsamer auf Marktchancen oder neue Aufträge.
Höherer Finanzierungsbedarf
Liquiditätslücken müssen gegebenenfalls über Kontokorrentkredite oder andere Finanzierungsformen geschlossen werden.
Belastung bei Wachstum
Mehr Aufträge bedeuten häufig auch mehr offene Forderungen – und damit zunächst zusätzlichen Liquiditätsbedarf.
Paradoxerweise kann Wachstum dadurch selbst zum Finanzierungsproblem werden.
Factoring setzt genau an dieser Stelle an: Es kann helfen, offene Forderungen in kurzfristig verfügbare Liquidität umzuwandeln und damit finanzielle Spielräume zu erweitern.
Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen Factoringanbieter. Statt mehrere Wochen oder Monate auf den Zahlungseingang zu warten, erhält es den Großteil des Rechnungsbetrags in der Regel innerhalb von zwei Werktagen. Dadurch wird aus gebundenem Kapital schnell verfügbare Liquidität.
Für Unternehmen ergeben sich daraus mehrere Vorteile:
Ausführliche Informationen zum Thema können Sie in unserem Artikel „Wann lohnt sich Factoring?“ nachlesen.
Eine gute Auftragslage oder hohe Umsätze bedeuten nicht automatisch ausreichend Liquidität. Gerade bei langen Zahlungszielen bleibt häufig viel Kapital in offenen Forderungen gebunden. Kapital, das für Investitionen, Wachstum oder laufende Kosten fehlt.
Factoring kann helfen, dieses Liquiditätspotenzial freizusetzen: Durch die schnelle Umwandlung offener Forderungen in Geld gewinnen Unternehmen finanzielle Flexibilität und reduzieren die Abhängigkeit vom Zahlungsverhalten ihrer Kunden.